Halloween
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Einst war ich unbeseelter Stoff Ein Spielzeug, achtlos weggeschmissen Hab nichts gespürt und nichts gehofft Der Kopf hing tief, halb abgerissen Doch dann kamst du und hobst mich auf Und blicktest mich sehr lange an Du flüstertest: "Lauf, Püppchen, lauf!" Und ich fing prompt zu leben an Mechanisch taps ich durch die Welt Und dabei nimmt sie manchmal Schaden Was mich als Ding zusammenhält Sind dein Befehl und alter Faden Ach, wie du mein zerfetztes Sein zum Himmel schickst! Komm, mach mich heil, indem du mich zusammenflickst! Ich will, dass du mich flickst Flick mich! Flick mich! Mach mich wieder ganz Und tanz mit mir den Lebenstanz! Flick mich! Flick mich! Dein Atem hat mich auferweckt Und danach hab ich Blut geleckt Oh, bitte flick mich! Mein Innenleben quillt hervor Gib mir zurück, was ich verlor! Oh, bitte flick mich! Bitte flick mich! Ich tu, was immer du verlangst Die Folgen sind mir so egal Mein Anblick macht den Menschen Angst Brauchst du mich nicht: "Ab ins Regal!" Will, dass du deine Initialen auf mich stickst Komm, mach mich heil, indem du mich zusammenflickst! Ich will, dass du mich flickst Mach mich wieder ganz Und tanz mit mir den Lebenstanz! Flick mich! Flick mich! Dein Atem hat mich auferweckt Und danach hab ich Blut geleckt Oh, bitte flick mich! Mein Innenleben quillt hervor Gib mir zurück, was ich verlor! Oh, bitte flick mich! Bitte flick mich! Wünschte mir sehr Dass ich das Einzige wär Und ganz allein dein Favorit Doch was ich seh Ist eine ganze Armee Von Püppchen, die, was auch geschieht Gleich steht parat Zur bösen Tat Dort warten wir in Reih und Glied Dort warten wir in Reih und Glied Was magst du sehn, wenn du in meine Augen blickst? Nur Knöpfe, angenäht an etwas, das du flickst? An etwas, das du flickst Flick mich! Flick mich! Mach mich wieder ganz und Tanz mit mir den Lebenstanz! Flick mich! Flick mich! Dein Atem hat mich auferweckt Und danach hab ich Blut geleckt Oh, bitte flick mich! Draußen wallen Nebelschwaden Ich verlier so oft den Faden Bitte flick mich! Oh, bitte flick mich!
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 07, 2026
Gehorche der Stimme des Meisters Gehorche ihr (2x) Ich bin des Meisters Ruf gefolgt Die Stimme zog mich magisch an Das heisre Rufen in der Nacht Im Traum schlug mich in seinen Bann Endlich öffne ich mit klammer Schweißbenetzter Hand die Tür Zur geheimen, schwarzen Kammer Und der Meister spricht zu mir Er fragt mich: "Was soll ich dich lehren?" Müllern und das Andre auch Er streckt mir seine Linke hin Ich schlage ein so ist es Brauch Und mir sprießen Rabenfedern Und so flieg ich unerkannt Über Grenzen in das Leben Wie der Wind schnell übers Land Und ich breche alle Regeln Um heut Nacht bei dir zu sein Fühl mein Rabenherz es schlägt so Schnell und nur für dich allein Schenk dir eine Rabenfeder Unsrer Liebe Unterpfand Denk' an mich ich komme wieder Denk' an mich hältst du sie in der Hand Gehorche der Stimme des Meisters Gehorche ihr (4x) Er spricht: Ja nun gehörst du mir Mit Haut und Haaren bist du mein Ich wollte fliehen voller Furcht Sein Blick fährt mir durch Mark und Bein Mit einem Auge nun erfasst er Dich du willst vor Angst vergeh'n Das andre unter einem Pflaster Schwarz und kann doch alles sehn Ich komme mir so schrecklich nackt vor Zauberspruch um Zauberspruch Liest er uns vor aus dem Koraktor Weiße Schrift im schwarzen Buch Wo bist du nur hingeflogen Überall sucht dich sein Blick Hab den Kreis um uns gezogen Doch es zieht mich schon zurück Hör die Stimme deines Meisters Gehorche, denn er kriegt dich doch Er wird dich finden und du weißt es Nur mein Herz ruft lauter noch Nach dir Denk an mich ich komme wieder Denk an mich hältst du sie in der Hand (2x)
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 07, 2026
Sogar mein eigner Schatten ist ein Fremder Er wiegt so viel wie ein Gigant aus Blei Ich zerr ihn hinterher, durch heiße Länder Ich trennte ihn gern ab und wäre frei Uns entfährt vereint ein Röcheln Er klammert sich an meine Knöchel Wo ich hingeh, ist er immer auch dabei Ich wünschte mir, er würd des Nachts verschwinden Doch tanzt er hintеr mir und zuckt wie wild Ich muss ein Feuеr, weil ich frier, entzünden Im Tanz nutzt er mich noch als Strahlen-Schild Greift nach mir, so flackernd, spastisch Und wäre es mir nicht zu drastisch Ich schnitte endlich ab das schwarze Schattenbild Hungrig, hungrig, hungrig Welch ein grässliches Gebaren! Denn wo viel Licht ist Streckt er sich im Übermaß Hungrig, hungrig, hungrig Immer muss ich Abstand wahren! Nimm dich in Acht Tag oder Nacht Vorm Schattenfraß Du hörst mir zu und äußerst deine Zweifel – Und glaubst nicht den Bericht von meiner Qual? Mein Schatten ist jedoch ein echter Teufel Und im Vergleich zu deinem nicht normal Auf allen meinen Reisen Sah ich ihn entsetzlich speisen Und die Schatten andrer Menschen warn sein Mahl Hungrig, hungrig, hungrig Welch ein grässliches Gebaren! Denn wo viel Licht ist Streckt er sich im Übermaß Hungrig, hungrig, hungrig Immer muss ich Abstand wahren! Nimm dich in Acht Tag oder Nacht Vorm Schattenfraß Hungrig, hungrig, hungrig Welch ein grässliches Gebaren! Denn wo viel Licht ist Streckt er sich im Übermaß Hungrig, hungrig, hungrig Immer muss ich Abstand wahren! Nimm dich in Acht Tag oder Nacht Vorm Schattenfraß Sieh, die Sonne sinkt schnell tiefer Färbt den Himmel rot wie Blut! Und die Schatten werden länger Meiner kriecht auf deinen zu Geheftet an die Fersen, wo ich wandre Deshalb bleib ich so oft den Menschen fern Verbring das Schattendasein ohne andre Sie wollen ihre Schatten nicht entbehrn Manchmal muss ich ihm nachgeben Tut mir leid, so ist das eben Deshalb wird er deinen Schatten gleich verzehrn
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 07, 2026
Der Tag, als sie anfingen zu verschwinden Begann mit Regen, EIs-Bindfäden gleich Ich musste mich wie immer überwinden Hinauszugehn. Das fiel mir niemals leicht So selten schaute ich noch in Gesichter Ich fand und finde lange nichts darin Nicht, dass er für mich wirklich ein Verzicht war Ich sah in solchen Blicken keinen Sinn Ich weiß nicht, was an jenem Tag im Februar Nicht war wie sonst, was die Situation Herbeigeführt hat, nicht, was plötzlich los war Viеlleicht eine vеrmiedne Kollision? Sie kam mir auf dem Bürgersteig entgegen Lief direkt auf mich zu, und ich wich aus Sie tat dasselbe, lächelte im Regen Ich fühlte mich schockiert und wie zu Haus War mutig wie noch nie, nach vielen Jahren Hob an zu sprechen, doch da war sie weg Wo eben noch die schönen Augen waren Blieb nichts mehr als ganz kurz ein blinder Fleck Der Regen den Bruchteil eines Augenblicks Ansonsten hinterließ sie keine Spuren Verschwand, geräuschlos fast, bis auf ein "Klick" Und seitdem hört man es zuweilen klicken Ein Mensch verschwindet einfach so ins Nichts Es klingt fast wie ein leises Uhrenticken Ein zuschnappendes Türschloss. Angesichts Der ungeklärten Fälle von Verschwinden Rief man im nächsten Jahr den Notstand aus Man konnte die Vermissten niemals finden: Auf leeren Gräbern lagen Kranz und Strauß Klick. Klick Es macht Klick zwischen uns Wie kann es so etwas geben? Neben uns, bald überall Klick. Klick Es macht Klick zwischen uns Eben noch hier, voll im leben Dann plötzlich fort, Knapp auf Fall Kehrst du niemals zurück! Klick. Klick Bis heut gelang es niemanden zu klären Was hinter dem Verschwinden wirklich steckt Man wusste nur, dass sie nicht wiederkehren Doch das Wie und Warum blieb unentdeckt Es hab so viele schaule Theorien Doch alle waren nur Spekulation: Verschwanden sie in ferner Galaxien? In eine fremde, düstere Dimension? Man sprach von einer finsteren Weltverschwörung Geheimwaffen und auch von Gottes Zorn Von Teleport und von kosmischer Störung Warn sie Entführte? Warn sie auserkorn? Es klickte immerfort, und band verloren Wir täglich mehr durch dieses Phänomen Es wurden deutlich weniger geboren So war das Ende bald schon abzusehn Klick. klick... Ein Klick - ein Säugling fort aus Mutterarmen Ein Klick - ein Flugzeugcockpit plötzlich leer Ein Klick - einsame Väter schrein: "Erbarmen!" Ein Klick - ein Tanker führerlos im Meer Ein Klick - und kein Geliebter an der Seite Ein Klick - kein Arzt, der weiter operiert Ein Klick - und niemand, der den Freund begleitet Ein Klick - und keiner mehr, den's interessiert Ein Klick - und niemand mehr, um noch zu füttern Ein Klick - und ein Gespräch endet abrupt Ein Klick - die Schaukeln, die im Winde zittern Ein Klick - das sich als Schluss-Geräusch entpuppt Klick. Klick... Ich seh mich um und freu mich auf das Ende Denk still an einen Regentag zurück Und an ein lächeln. Eine schöne Fremde Ich bin der letzte, warte auf das Klick
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 07, 2026